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Predigt von Pfarrer Daigeler zum 24. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, zu den Erscheinungen unserer Zeit gehört es, dass Vieles an Wohlstand, Freiheit und Rechten als selbstverständlich genommen wird. So als wären sie immer und einfach da. Dass Freiheit nur da ist, wo Menschen verantwortlich damit umgehen. Dass Rechte nur da sind, wo sie verteidigt und für die Schwachen geschützt werden… All das scheint denen, die in Frieden und Wohlstand hineingeboren wurden, als einfach gegeben. Ähnliches kann man auch in Glaubensdingen beobachten. „An irgendwas glaubt doch jeder… Das muss jeder selbst entscheiden… Das ist doch Privatsache…“ Das sind gängige Schlagworte. Dass aber der Glaube nur dort ist, wo er verkündet wird, wo Menschen sich, ihre Kraft und Zeit dafür einsetzen. Dass der Glaube nur dort ist, wo Menschen sich aus ganzem Herzen dafür entscheiden… Das scheint manchem – selbst in der Kirche – in Vergessenheit geraten zu sein.

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 23. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, das heutige Evangelium erzählt uns, wie Jesus einen Taubstummen heilt. Jesus öffnet ihm Ohren und Mund. Dazu berührt er den Menschen und sagt: „Effata – öffne dich!“ Der Evangelist Markus hat uns das aramäische Wort überliefert, das Jesus in seiner Muttersprache gesprochen hat. So führt er uns in jenen Augenblick hinein. Es ist nicht nur eine Geschichte aus früherer Zeit, letztlich etwas Fernes oder Vergangenes. Auch hier und heute tut Jesus dasselbe auf neue Weise immer wieder. Wenn ein Kind oder ein Erwachsener getauft wird, berührt ihn der Priester oder Diakon in Jesu Namen und sagt dazu: „Effata – öffne dich!“

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 22. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, das heutige Evangelium wirft unter anderem die Frage nach der Verpflichtung bzw. des Verpflichtungsgrades von Regeln auf. Hier geht es offenkundig um religiöse Reinigungsvorschriften. Uns mag die Frage möglicherweise belanglos erscheinen. Wir kennen diese speziellen Regeln nicht mehr. Dennoch ist die tieferliegende Grundsatzfrage zu jeder Zeit bedeutsam. Wie finden wir Gewissheit darüber, was zu gelten hat, was zu tun oder zu lassen ist?

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 21. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, es ist wohl Anliegen nahezu jedes Menschen dazu zu gehören. Wer möchte schon Außenseiter sein, nicht mitspielen dürfen…? Unsere Zeit versucht diesen Wunsch nach Teilhabe zu beantworten, indem sie sagt: Jeder darf immer und überall bei allem dabei sein und mitmachen, sonst ist das „Diskriminierung“. Viele gesellschaftspolitische Weichenstellungen basieren auf diesem Ansatz. Jeder soll jeden heiraten dürfen, und gleichzeitig soll natürlich kein Paar in irgendeiner Weise anders behandelt werden, wenn es gar nicht verheiratet ist. Jedes Kind soll jede Schule besuchen dürfen, aber natürlich soll mein Kind nur mit den passenden Mitschülern in einer Klasse sein…

Predigt von Pfarrer Daigeler zu Mariae Himmelfahrt

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, „hoffentlich nimmt das ein gutes Ende…“, so sagen wir manchmal, wenn wir mit Sorge auf eine Situation blicken. Sei es, dass jemand sich durch riskantes Verhalten in Gefahr bringt. Sei es, dass eine wirtschaftliche, politische oder persönliche Entscheidung getroffen wird, die wir nicht oder nur zum Teil unterstützen können. Man könnte eine Reihe von Beispielen aufzählen.

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 18. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, das Evangelium nimmt uns mit nach Kafarnaum. Diese Stadt am Westufer des Sees Genezareth existiert heute nur mehr als Ausgrabungsstätte. Jesus lebte hier mehrere Monate oder Jahre. Und – wie es jüdischer Brauch ist – ging Jesus in die Synagoge, wo aus der Heiligen Schrift gelesen wird und auch über das Verständnis der Schrift debattiert wird.

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 17. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, „was ist das für so viele?“, fragen die Jünger Jesu enttäuscht. Eine große Zahl von Menschen, der Evangelist Johannes nennt die Zahl „5000 Männer“, war Jesus gefolgt. Sie waren gefesselt von seinen Predigten, von seiner Art, wie er von Gott sprach. Menschen werden gestärkt durch Jesu Worte am Ufer des Sees von Galiläa. Manche werden sogar geheilt. Alle werden aufgerichtet. Dabei übersieht der Herr nicht die leiblichen Bedürfnisse der Menschen. Er stillt durch sein Wort den Hunger der Seele, der tiefer geht, der existentiell ist. Doch Jesus sieht auch den Hunger des Leibes. Leib und Seele gehören ja zusammen. Wenn die Seele Not leidet, zeigt sich das meist auch am Leib. Wenn der Körper von Leiden gequält wird, bedrückt das auch die Seele.

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 16. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, am vergangenen Sonntag konnten wir im Evangelium hören, dass Jesus die Jünger als seine Mitarbeiter aussandte. Heute hören wir davon, dass sie zu ihm zurückkehren und bei ihm ausruhen dürfen. Beides gehört zum Menschsein und zum Christsein: die Aktivität, das Arbeiten und Schaffen, aber auch die Ruhe, die Erholung und Erbauung.

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 15. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, ganz wesentlich für die Botschaft Jesu ist die Sendung und Beauftragung seiner Jünger. Das Wort „Apostel“, das wir in diesem Zusammenhang häufig gebrauchen, heißt ja so viel wie „Gesandter“. Und das lohnt sich zunächst einmal festzuhalten: Jesus sucht konkrete Menschen, die er einlädt mit ihm zu sein, von ihm zu lernen. Im Hören und Schauen auf Jesus lernen sie von ihm. Und er nimmt sie als seine Mitarbeiter. Das ist eine wertvolle Botschaft an uns. Der Gottessohn vollbringt sein Werk nicht über die Köpfe hinweg, nicht durch Magie oder spektakuläre Zeichen, sondern durch Menschen, die er als seine Mitarbeiter sucht und beruft.

Predigt von Pfarrer Daigeler zum Kiliani-Sonntag

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, „fest miteinander vereint ließen sie alles zurück und brachen auf“, heißt es in der passio Kiliani minor (Nr. 2), also in einer Lebensbeschreibung des heiligen Kilian und seiner Gefährten. An diesem Sonntag feiern wir die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan in unserem Bistum Würzburg, weil sie uns das Licht des Evangeliums und die Freude des Glaubens gebracht haben.

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 13. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, „media in vita in morte sumus“, heißt es in einem mittelalterlichen Hymnus. „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“, heißt das zu deutsch. Eine Wirklichkeit, die wir nach Kräften auszublenden suchen. Dennoch tritt der Tod immer wieder in unser Leben nicht nur, wenn wir erschreckende Nachrichten hören. Denken wir an die Menschen in Würzburg, die vermutlich auf dem Weg zum Einkaufen oder nach Hause waren, die jäh um ihr Leben gebracht oder verletzt wurden. Beten wir für sie.

Predigt von Pfarrer Daigeler zum 12. Sonntag im Jahreskreis B

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, wenn ich das heutige Evangelium höre, denke ich an die beeindruckende Andacht, die unser Heiliger Vater in der Pandemie gehalten hat. Vielleicht erinnern Sie sich an die Bilder vom menschenleeren Petersplatz, auf dem der Papst nahezu allein die Stadt Rom und die Welt mit dem Allerheiligsten segnete. Im ersten „Lockdown“ tat Papst Franziskus das, was die eigentliche Aufgabe der Kirche und ihrer Hirten ist: Er betete. Und er lud die Menschen ein, mit ihm zu beten. Mit Hilfe der Medien – und vor allem mit Hilfe der Herzen waren Millionen von Menschen mit dem Heiligen Vater verbunden. Er sprach vom Trost des Glaubens, von der Kraft des Evangeliums. Und er tat damit das, was Jesus dem Petrus und seinen Nachfolgern aufgetragen hat: „Du aber stärke deine Brüder“ und Schwestern.

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