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6. Sonntag der Osterzeit

„Frieden hinterlasse ich euch“, sagt Jesus. Frieden ist eine große Sehnsucht aller Menschen. Unsere Gedanken gehen zu den Menschen in der Ukraine und zu den vielen Orten, an denen Krieg herrscht. Wir schauen aber auch in Familien und Gruppen, wo es Streit gibt. Jesus unterscheidet zwischen dem Frieden, den er gibt, und dem Frieden, „wie die Welt ihn gibt“. Er ist als Gabe nicht Produkt. Er kommt aus der Sendung, die Jesus vom Vater empfangen hat. Und er lebt aus seiner Hingabe für uns am Kreuz. In Jesus kennen wir den Friedensfürsten. Öffnen wir ihm unser Herz und unser Leben, damit Friede werde. Gott segne Sie, Ihr Pfr. Daigeler.

 

Liebe Besucher unserer Homepage,

jeder Mensch reagiert anders auf schlechte Nachrichten. Manchen können sie lähmen oder niederdrücken. Was uns jeweils trifft, ist ebenfalls unterschiedlich, auch abhängig von meiner persönlichen Lebenssituation. Viele sind erschüttert durch das, was wir über den Krieg in der Ukraine erfahren: die Gewalt, die Zerstörung, die Vertreibung. Andere sind immer noch bedrängt von Ängsten aufgrund der Corona-Krankheit. Wieder andere sind bedrückt durch innerkirchliche Nachrichten: Streit über "Reformen", Aufarbeitung von Untaten, Kirchenaustrittszahlen.

Im Evangelium gibt es eine Erzählung, die sehr eindrucksvoll Enttäuschungserfahrungen und Niedergeschlagenheit ins Wort bringt: das Emmaus-Evangelium (Lk 24,13-35). Wir hören es stets am Ostermontag. Für mich persönlich ist es einer der schönsten Texte überhaupt. Der Evangelist Lukas erzählt von zwei engen Freunden Jesu, von einem nennt er den Namen: Kleopas. Den Namen des Zweiten lässt er offen, vielleicht damit jeder von uns seinen Namen einsetzen kann. Die beiden wenden sich ab von Jerusalem. Es war nicht das gewesen, was sie erwartet hatten. "Wir aber hatten gedacht, dass er der sei, der uns erlösen werde." So erfolgreich, ohne Widerstände oder Probleme, wie sie sich den Weg ausgemalt hatten, war es nicht gewesen. Jesus war vor ihren Augen am Kreuz gestorben. Nun wenden sie sich ab. Alles war vergebens, meinen sie.

Nicht wenige Menschen wenden sich meist über einen längeren Zeitraum hinweg ab von der Kirche und vom Glauben. Vielleicht kennen wir selbst Stunden, in denen uns das Engagement in der Pfarrgemeinde schwer gefallen ist, wo wir uns Fragen gestellt haben oder von anderen hinterfragt wurden. Wer könnte sagen, dass sein eigener Glauben immer stark sei? Doch geht es uns nicht manchmal wie den beiden Emmaus-Jünger, dass wir gar nicht mehr wahrnehmen, dass Jesus bereits und immer mit uns auf dem Weg ist, auch wenn wir ihn nicht erkennen? Das Evangelium schenkt uns zwei wichtige Hinweise, wie wir Jesus mit Gewissheit begegnen: Das Eine ist die Heilige Schrift. Jesus tauscht sich ja lange mit den Jüngern über die Bibel aus. Und das Zweite ist die Heilige Messe. Jesus schenkt sich selbst den Jüngern im Brot des Lebens.

Unüberbietbar nahe ist uns der Auferstandene in der heiligen Kommunion. Diese beiden Sicherheiten müssen wir neu in den Blick nehmen: für unser persönliches Leben, für das Leben der Kirche in unserem Land und für die Gesellschaft. Jesus hat die bittersten Stunden mit uns geteilt, doch er hat sie überwunden und ist auferstanden. So ist er immer bei uns! Diese christliche Zuversicht darf uns mit der Feier von Ostern stärken. Und wir dürfen dafür Zeugen sein.

Nicht in Versammlungen und Papieren liegt die Erneuerung der Kirche, nur im Blick auf den Herrn. Darum lade ich Sie herzlich ein zu unserem Glaubenskurs "Wer ist Jesus?". Nur er kann die Kirche retten, nur er kann die Welt und uns retten. Doch ist er bereits da, mit uns auf dem Weg. Es braucht nur unser Herzensgebet: "Herr, bleibe bei uns!". Die österliche Zuversicht wünsche ich Ihnen von Herzen! Ich danke für Ihr Mittun, Mitbeten und Mitleben in unserer Kirche und lade Sie herzlich zu den Gottesdiensten der Kar- und Ostertage ein!

Pfarrer daigeler

Gott segne Sie,

Ihr Pfarrer Dr. Eugen Daigeler

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