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28. Sonntag im Jahreskreis B

Im Sonntagsevangelium heißt es: Jesus sah ihn an, „umarmte ihn, und sagte…“ Erst steht die Beziehung, dann die Forderung. Nur so können wir den christlichen Glauben recht verstehen. Wir brauchen nicht die Gebote zu ändern. Wir müssen die Sehnsucht nach dem lebendigen Gott wecken. Die Sehnsucht nach der unerschöpflichen und bedingungslosen Liebe, die nur bei ihm zu finden ist. Wer sich auf die Lebensfreundschaft mit ihm einlässt, die wir Glauben nennen, der wird sich von Jesu Liebe zu einer immer größeren Liebe in seinem eigenen Handeln herausfordern lassen. Gott segne Sie, Ihr Pfr. Daigeler.

 

Liebe Besucher unserer Homepage,

Jesus betet kurz vor seiner Gefangennahme um die Einheit seiner Jünger: „Herr, lass sie eins sein“. Er verknüpft mit der Bitte eine Wirkung: „Damit die Welt glaubt“. Wer die Christenheit von außen ansieht, der wird nicht immer Einheit erkennen können. Auch in die Kirche ist vielfach das eingezogen, was man in der Gesellschaft als „Identitätspolitik“ bezeichnet. Gemeint ist, dass jede Gruppe lautstark und vehement ihre Einzelanliegen vorträgt. Wenn diese nicht erfüllt werden, fühlt man sich zurückgesetzt oder diskriminiert. Brücken zu schlagen oder Kompromisse zu finden, wird mit dieser Herangehensweise zunehmend schwerer.

Es gibt unterschiedliche Gruppen: Die einen meinen, wenn nur endlich die „Bremser“ überstimmt werden, dann gibt es die „zukunftsfähige“ Kirche. Andere meinen, um die Lauen sei es nicht schade und übersehen dabei, dass jeder gerettet werden soll…

Es gibt unzweifelhaft Glaubensfragen, über die nicht abgestimmt werden kann. Es gibt eine grundlegende Verbindlichkeit der Worte Christi. Das entbindet uns aber nicht davon, immer wieder um die Einheit zu ringen, dafür zu beten und dafür auch auf andere zuzugehen. Einheit ist mehr als Gleichgültigkeit. Schließlich bleibt ausnahmslos jeder von uns herausgefordert durch das Beispiel Jesu. Er fordert uns immer heraus, mehr Liebe zu wagen, mehr Geduld zu zeigen – und mehr zu glauben, dass die Zukunft der Kirche nicht an uns sondern an Gott hängt. Machen wir uns immer wieder auf diesen Weg. Mühen wir uns um die Einheit mit Christus und untereinander, damit die Welt IHN erkennt.

Pfarrer daigeler

Gott segne Sie,

Ihr Pfarrer Dr. Eugen Daigeler

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