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25. Sonntag im Jahreskreis B

Jesus stellt ein Kind in die Mitte. Für Kinder ist es eine normale Erfahrung, vieles nicht oder noch nicht zu verstehen. Doch sie scheuen sich nicht nachzufragen. Diese Demut braucht es für jedes Lernen, für jedes Verstehen und auch für den Glauben. Anzuerkennen: „Ich bedarf immer auch des anderen.“ Wir sind verwiesen aufeinander und auf Gott. Wo ich das anerkenne, gelingt Verstehen in der Gesellschaft und in der Kirche. Erst in dieser Haltung, die sagt, dass keiner sich alleine rettet, gelingt das Leben. Gott segne Sie, Ihr Pfr. Daigeler.

 

                               Liebe Besucher unserer Homepage,

beim Blick auf das Titelbild musste ich an eine schöne Pfarrwallfahrt denken, die wir im Jahr 2018 nach Lourdes unternommen haben. Seit den Erscheinungen der Gottesmutter im Jahr 1858 pilgern unzählige Gläubige in diesen Marienwallfahrtsort in den französischen Pyrenäen. Menschen, die den Gnadenort besucht haben, aber auch solche, für die die Reise aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich war, haben Abbilder Unserer Lieben Frau an vielen Orten in unserer Heimat aufgestellt. Diese werden meist als „Lourdes-Grotten“ bezeichnet.

Eine solche Grotte findet sich auch ganz unscheinbar neben der Sakristei der Fuchsstädter Kirche St. Nikolaus.

Wenn ich an die Wallfahrt zurückdenke, scheint mir manches fast unwirklich nach Monaten der Einschränkungen durch die Pandemie: Menschen, die nahe beieinander stehen, die in großer Zahl miteinander beten und feiern… Das sind wir nicht mehr gewohnt. Doch wer den Wallfahrtsort Lourdes besucht hat, der ist dort zu jeder Zeit Menschen mit unterschiedlichsten Nöten, Gebrechen und Krankheiten begegnet. Und tut das immer noch – ganz unabhängig von Corona, das uns ja manchmal wie das einzige Thema erscheint. Doch – was nicht vergessen werden darf – die anderen Sorgen und Nöte der Menschen gibt es ja weiterhin.

Zur Herzmitte unseres christlichen Glaubens gehört, dass Gott uns Menschen in seinem Sohn Jesus nahe gekommen ist. Als Mensch – in allem uns gleich außer der Sünde – ist Gott uns nahe gekommen. Jesus hat mit seinem Pflegevater Josef als Zimmermann gearbeitet. Jesus hat Leiden, Angst und Sterben mit uns geteilt. Das Menschsein Jesu kam zu uns durch einen Menschen, durch seine Mutter Maria. Am 15. August feiern wir die Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel. Auch dort bleibt sie uns mütterlich nahe. Alles dürfen wir ihr sagen, denn sie ist die „Frau aus dem Volke“, die Arbeit und Sorgen des täglichen Lebens kennt, denn sie ist das leuchtende Zeichen der Hoffnung, dass wir Zukunft haben in Gott.

Vielleicht nutzen wir die sommerlichen Tage für eine kleine Wallfahrt – an ein bekanntes Pilgerziel, in eine Kirche daheim oder am Urlaubsort oder zu einem Marienbild in unserer Gegend. Dort dürfen wir mit dem beliebten Marienlied (Gotteslob, Nr. 871,2) beten: „Gib uns Frieden von Bestande, löse der Verschuldung Bande, nimm die Blindheit von uns hin. Was uns Übles droht, verhüte; Heil erfleh nach deiner Güt, zeige deinen Muttersinn.“

Pfarrer daigeler

Gott segne Sie,

Ihr Pfarrer Dr. Eugen Daigeler

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