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Predigt von Pfarrer Daigeler zum 5. Sonntag im Jahreskreis A

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, kaum ein Bild, das Jesus verwendet, leuchtet beim ersten Hören schon so sehr ein wie das Bild vom Licht der Welt. Wer könnte sich ohne Licht zurechtfinden in der Welt? Natürlich haben wir durch das elektrische Licht ungleich mehr Möglichkeiten als die Menschen zur Zeit Jesu. Dennoch hat etwa die Dunkelheit der Wintertage oder das jetzt langsam wachsende Tageslicht Einfluss auf Leib und Seele.

Wenn ein Kind geboren wird, sprechen wir davon, dass es das Licht der Welt erblickt. Auch bei der Aufnahme in die christliche Gemeinschaft, bei der Feier der Taufe spielt das Licht eine Rolle. Eltern und Paten bringen eine Taufkerze. Zunächst brennt dieses Licht noch nicht. Nach dem Empfang des Sakramentes wird die Taufkerze an der Osterkerze entzündet. Die brennende Kerze wird nun dem Täufling und seinen Begleitern übergeben mit der Fürbitte, Christus, das Licht, möge das Leben des Neugetauften hell machen.

Im Evangelium hören wir heute einen weiteren Abschnitt aus der Bergpredigt Jesu. Es ist erstaunlich, dass Jesus wörtlich dasselbe von sich aussagt, was er auch über seine Freunde sagt. Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Und er ruft seinen Jüngern zu: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Bemerkenswert. Beides gehört zusammen: Zusage und Auftrag. Als Glaubende, als Freunde Jesu, als Getaufte gilt uns die Zusage des Herrn, dass er Licht ist für unser Leben und für unseren Weg. Das gilt unverbrüchlich, gerade dort, wo es auf meinem Weg vielleicht dunkel ist durch Sorgen, Krankheit oder einen Verlust. Das Licht Christi brennt unauslöschlich, ganz wie es der heilige Paulus den Korinthern schreibt: Unser Glaube stützt sich nicht auf Menschenweisheit, sondern auf die Kraft Gottes.

Gleichzeitig gibt Jesus seinen Freunden einen klaren Auftrag: Wir dürfen das geschenkte Licht nicht unter einen Scheffel stellen, sondern auf den Leuchter. Unser Auftrag ist es, das Licht mit anderen zu teilen. Es gehört zum Geheimnis des Lichtes, dass es nicht weniger wird, wenn man es teilt, sondern dass es wächst. Das beschreibt der Prophet Jesaja in der Ersten Lesung. Er nennt konkrete Beispiele: Das Brot mit Hungrigen zu teilen, Obdachlose aufzunehmen, für andere da zu sein… und wir könnten sicher noch weitere Beispiele hinzufügen. „Dann geht im Dunkel dein Licht auf“, sagt der Prophet.

Christsein ist nicht nur ein frommer Gedanke. Es ist immer konkret. Wir leben aus der lebendigen Verbindung mit dem Herrn. Ohne sein Licht tappen wir im Dunkeln. Darum brauchen wir das tägliche Gebet, den regelmäßigen Gottesdienst, das Hören auf sein Wort, die Gemeinschaft mit ihm in den Sakramenten. Wo wir aber verstehen, wie sehr wir selbst beschenkt sind, da drängt es uns, diese Liebe mit anderen zu teilen. Es gibt kein Christsein ohne die Liebe zum Nächsten. Jesus fügt sogar hinzu, dass unsere guten Taten der beste Missionsdienst sind. Nicht große Predigten, sondern kleine Taten ehrlicher Liebe führen die Menschen zum Glauben und lassen sie den Vater im Himmel preisen. Amen.

08.02.2026, Pfarrer Dr. Eugen Daigeler

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