logo pg liborius wagner Stadtlauringen

Filiale St. Kilian Wettringen – "Die Technik hat nicht mehr funktioniert“, berichtet Pfarrer Eugen Daigeler. Deshalb entschloss sich die Pfarrei die Orgel von Grund auf zu renovieren. Die Arbeiten dazu begannen vor einen halben Jahr, jetzt sind sie beendet und die Einweihung erfolgt am Dienstag, 1. März, im Rahmen des Firmgottesdienstes um 8.15 Uhr.

Das Instrument in der Wettringer Pfarrkirche ist die einzige vollständig erhaltene Orgel von Adam Grünsfelder (1861-1934) im Bistum Würzburg und besitzt zwei Manuale und ein Pedal. Die Pfeifen und die Technik stammen noch aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Für Orgelbauer Andreas Hemmerlein ist das eine Herausforderung, denn „wir haben keine Vergleichsgrößen". Als Grünsfelder damals die Orgel einbaute, beließ er Teile des barocken Orgelprospekts. Das Vorgängerinstrument wurde um 1775 von einem Vertreter der mainfränkischen Orgelbauerfamilie Seuffert gebaut. Sowohl die Breite der Felder als auch die Schleierbretter und die „Ohren" des Gehäuses sind noch aus dieser Zeit erhalten.

Immer wieder waren in den letzten Jahrzehnten Versuche unternommen worden, mit kleineren Reparaturen die Schäden an der Orgel zu beheben. Das Fundament war nicht mehr korrekt, da die Holzdielen der Empore nachgegeben hatten. Einzelne Klötzchen des Holzunterbaus waren bis zu einem Zentimeter abgesackt.

Um das Fundament für das Instrument zu sanieren und zu verbreitern, musste der etwa drei Meter lange Blasebalg abgebaut werden. Hemmerlein war immer wieder beeindruckt, wie viel Hilfe hierbei und bei ähnlichen Arbeiten Pfarreimitglieder unter Führung des Kirchenpflegers Udo Kaufmann leisteten.

Viel Aufwand erforderte es auch, das Innenleben der Orgel von Schimmel und Staub zu befreien. Sogar das Innere des Spieltisches war damit überzogen.

So werden sich die geschätzten Kosten von rund 73 000 Euro noch erhöhen, meint Pfarrer Daigeler. Die Diözese übernimmt 20 000 Euro, die Gemeinde und der Freistaat Bayern geben je einen Zuschuss von zehn Prozent. Von der Bayerischen Landesstiftung erhält die Kirchengemeinde 5000 Euro und vom Landesamt für Denkmalschutz kommen 2500 Euro. Die Restsumme muss die kleine Pfarrei mit 177 Katholiken und insgesamt knapp 200 Wettringer Ortseinwohnern schultern.

„Aber es lohnt sich, die Orgel zu erhalten", bekräftigt der Pfarrer. Denn neben der Einzigartigkeit im Würzburger Diözesangebiet zeichnet die Orgel auch ein besonders schöner Klang aus.

Die Orgelweihe wird Bischof Friedhelm Hofmann persönlich vollziehen und zwar am Dienstag, 1. März, im Rahmen des Firmgottesdienstes für die Pfarreiengemeinschaft Stadtlauringen. Beginn des Gottesdienstes ist um 8.15 Uhr. 

 

Rita Steger-Frühwacht (Mainpost)

­